7 Prinzipien für wirksames Executive Positioning
- Dr. Daniela Haze Stöckli

- 20. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Apr.
Sie sitzen im Board Meeting. Die Zahlen stimmen. Die Strategie steht. Und trotzdem wird ein anderer Kollege — mit vergleichbarem Track Record — als nächster CEO gehandelt. Nicht Sie.
In den meisten Fällen liegt das nicht an Kompetenz. Sondern an Sichtbarkeit. An
Positionierung. An dem, was andere über Sie denken, wenn Sie nicht im Raum sind.
Genau das ist der Kern von Executive Positioning — und hier sind die 7 Prinzipien, die den Unterschied machen.
1. Kennen Sie Ihre Value Proposition — auf den Punkt
Führungskräfte, die ihre eigene Stärke nicht artikulieren können, lassen andere diese
Antwort für sich formulieren. Tipp: Formulieren Sie in einem Satz, welchen einzigartigen Wert Sie als Führungskraft
einbringen — Expertise, Erfahrung und Perspektive kombiniert. Testen Sie diesen Satz im
nächsten Stakeholder-Gespräch.
2. Authentizität ist kein Soft Skill — es ist Ihr schärfstes Differenzierungsmerkmal
Was andere für eine Schwäche halten — Ihre Direktheit, Ihre unkonventionelle Perspektive,
Ihre Andersartigkeit — ist oft Ihr stärkstes Asset. Tipp: Identifizieren Sie 3 Eigenschaften, die Sie als Führungskraft ausmachen und die Sie
bisher eher zurückgehalten haben. Setzen Sie diese in der nächsten wichtigen Interaktion
bewusst ein.
3. Konsistenz schlägt Perfektion
Eine starke Führungsidentität entfaltet Wirkung durch Verlässlichkeit — nicht durch einen
einmaligen, perfekt inszenierten Auftritt.
Tipp: Überprüfen Sie, ob Ihre Botschaft konsistent ist: LinkedIn-Profil, Boardroom-Auftritte, interne Kommunikation. Wo gibt es Widersprüche? Jede Inkonsistenz kostet Vertrauen.
4. Nutzen Sie den Chamäleon-Effekt — ohne sich selbst zu verlieren
Adaptabilität und Authentizität schliessen sich nicht aus. Die Fähigkeit, den eigenen Stil
situativ anzupassen — ohne den eigenen Kern aufzugeben — ist ein Kennzeichen exzellenter Executive Leadership. Tipp: Unterscheiden Sie bewusst zwischen Stil (variabel) und Werten (konstant). Sie
kommunizieren im Investorengespräch anders als im All-Hands-Meeting — aber Ihre
Haltung bleibt dieselbe.
5. Bauen Sie Ihre Narrative — bevor andere es tun
Menschen folgen Geschichten, nicht Lebensläufen. Eine starke Leadership Narrative
verbindet Werdegang, Werte und Vision zu einem kohärenten, überzeugenden Bild. Tipp: Schreiben Sie Ihre persönliche «Turning Point»-Geschichte auf: Welche Erfahrung hat Sie als Führungskraft geprägt? Was haben Sie daraus gelernt? Diese Geschichte ist Ihre stärkste Positionierungskarte.
6. Positionierung ist Führungsaufgabe — keine Selbstvermarktung
Die Arbeit an der eigenen Sichtbarkeit ist keine narzisstische Selbstbeschäftigung. Sie ist
eine Verantwortung gegenüber Ihrer Organisation, Ihrem Team und Ihren Stakeholdern. Tipp: Planen Sie monatlich 60 Minuten ein, die ausschliesslich Ihrer strategischen
Sichtbarkeit gewidmet sind: ein Artikel, ein Netzwerkgespräch, ein Beitrag in einem
relevanten Forum.
7. Positionierung ist Ihr bestes Krisenkapital
Wer in stabilen Zeiten keine klare Führungsidentität aufgebaut hat, steht in der Krise ohne
Anker da. Tipp: Fragen Sie sich: Was würde man in meiner Organisation über mich sagen, wenn ich
morgen nicht mehr da bin? Wenn die Antwort unklar ist, ist jetzt der Moment zu handeln —
nicht nach der nächsten Krise.
Die eine Frage, die alles verändert
Nicht: «Wie halte ich an meiner Position fest?»
Sondern: «Weiss ich, wann ich mich bewegen muss — und wie ich es tue, ohne mich selbst zu verlieren?»
Executive Positioning bedeutet nicht, sich neu zu erfinden. Es bedeutet, das, was Sie
ausmacht, strategisch und konsequent zum Einsatz zu bringen.
Daniela Haze ist zudem im Beitrag „Anpassungsfähigkeit als Asset“ auf Ladies Drive vertreten, in dem das Thema aus einer weiteren Perspektive beleuchtet wird.




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