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Welche 5 Fehler machen stellensuchende Banker – und wie lassen sie sich vermeiden?

  • Autorenbild: Dr. Patricia Widmer
    Dr. Patricia Widmer
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Der Zürcher Finanzplatz befindet sich im grössten Umbruch seit Jahrzehnten. Mit dem Untergang der Credit Suisse und der fortschreitenden Integration in die UBS sind allein im Kanton Zürich über 1.400 Bankangestellte beim RAV gemeldet – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig hat sich das Stellenangebot der grössten Schweizer Banken innerhalb eines Jahres nahezu halbiert.

Für Führungskräfte aus der Finanzbranche bedeutet das: Der Markt ist eng, der Wettbewerb gross und die Fehlertoleranz gering. Wer jetzt die falschen Schritte macht, verliert kostbare Zeit und Momentum.


Wir zeigen, welche fünf Fehler stellensuchende Banker am häufigsten begehen – und was sie stattdessen tun sollten.



Tipp 1: Früh aktiv werden – auch wenn die perfekte Stelle noch nicht in Sicht ist

Viele erfahrene Bankfachleute – insbesondere gut bezahlte Spezialisten und Kaderleute – tendieren dazu, sich bei der Jobsuche Zeit zu lassen. Man bezieht Arbeitslosenentschädigung, wartet auf das ideale Angebot und unterschätzt dabei, wie schnell die eigene Marktrelevanz sinkt.

Was stattdessen gilt: Wer länger als drei bis sechs Monate nicht aktiv auf dem Markt präsent ist, verliert an Sichtbarkeit – in den Köpfen von Headhuntern, ehemaligen Kollegen und potenziellen Arbeitgebern. Der erste Schritt muss nicht der endgültige sein. Manchmal führt eine Zwischenposition oder ein Interims-Mandat schneller zur Wunschstelle als monatelanges Abwarten.



Tipp 2: Netzwerk vor Stellenportal – der versteckte Markt ist entscheidend

In einem engen Markt wie dem Zürcher Finanzplatz werden viele Stellen im Kader- und Spezialistenbereich gar nie öffentlich ausgeschrieben. Wer seine Suche auf Jobportale beschränkt, sieht nur einen Bruchteil der tatsächlichen Möglichkeiten.

Was stattdessen gilt: Netzwerken ist keine Option – es ist die Strategie. Ehemalige Kollegen, Vorgesetzte, Kundenbeziehungen, Branchenevents und gezielte LinkedIn-Aktivitäten sind entscheidend. Konkret: Führen Sie pro Woche mindestens drei aktive Gespräche mit Personen aus Ihrem beruflichen Umfeld – nicht um einen Job zu erbitten, sondern um Einblicke, Meinungen und Kontakte zu gewinnen. Aus solchen Gesprächen entstehen Türen.



Tipp 3: Den Horizont bewusst erweitern – Bankerkompetenzen sind breit gefragt

Viele stellensuchende Banker suchen fast reflexartig nur bei anderen Banken. Das ist verständlich – aber strategisch kurzsichtig, gerade wenn der gesamte Sektor gleichzeitig abbaut.

Was stattdessen gilt: Die Kompetenzen erfahrener Bankfachleute sind breit transferierbar: Risikomanagement, Regulatorik, Finanzanalyse, Kundenberatung auf höchstem Niveau, Führungserfahrung in komplexen Organisationen. Fintech-Unternehmen, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Family Offices, internationale Konzerne und sogar die öffentliche Hand suchen genau diese Profile. Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Führungskräfte in grossen Schweizer Unternehmen zuvor im Finanzsektor tätig waren. Der Markt ist grösser als er erscheint – man muss nur bereit sein, ihn zu erweitern.



Tipp 4: Positionierung neu denken – nicht wer Sie waren, sondern was Sie bieten

Viele Führungskräfte aus der Finanzbranche präsentieren sich im Bewerbungsprozess mit ihrem alten Titel, ihrem alten Arbeitgeber und ihrer alten Stellenbeschreibung – und erwarten, dass das Gegenüber den Mehrwert selbst erkennt. Das funktioniert selten.

Was stattdessen gilt: In einem kompetitiven Markt zählt nicht, wer Sie waren – sondern wer Sie sind und was Sie für eine Organisation leisten können. Das erfordert eine klare, auf die Zukunft ausgerichtete Positionierung: Was sind meine drei entscheidenden Stärken? Welches Problem löse ich für mein nächstes Unternehmen? Wie kommuniziere ich das in zwei Minuten überzeugend? Diese Fragen klingen einfach, sind es aber nicht. Wer hier unvorbereitet in Gespräche geht, verliert schnell das Interesse erfahrener Gesprächspartner.



Tipp 5: Die emotionale Seite ernst nehmen – und professionelle Begleitung suchen

Viele Banker, die plötzlich vor einer Entlassung stehen, unterschätzen die psychologische Wirkung dieses Einschnitts. Banker definieren sich oft stark über ihre Rolle und ihren Status. Eine Kündigung wird als persönliches Scheitern erlebt – selbst wenn sie Teil einer globalen Restrukturierung ist. Manche verschweigen die Situation sogar im engsten Umfeld. Wer diesen emotionalen Ballast nicht verarbeitet, tritt in Bewerbungsgesprächen mit der falschen Energie auf: defensiv, unsicher oder überkompensierend.

Was stattdessen gilt: Eine Career Transition ist kein Rückschritt – sie ist ein Wendepunkt. Wer professionelle Begleitung in Anspruch nimmt, bearbeitet nicht nur die Strategie, sondern auch die innere Haltung. Das macht einen messbaren Unterschied – in der Qualität der Gespräche, in der Ausdauer bei der Suche und letztlich im Ergebnis.



Fazit

Der Zürcher Bankenmarkt ist im Wandel – und dieser Wandel ist nicht vorübergehend. Für Führungskräfte aus der Finanzbranche, die sich neu positionieren müssen, gilt: Geschwindigkeit, Netzwerk, Offenheit und eine klare Positionierung entscheiden mehr als der Lebenslauf allein.


Bei Beyond Success begleiten wir Führungskräfte aus der Finanzbranche durch genau diese Übergangsphasen – mit strukturiertem Sparring, gezielter Positionierungsarbeit und einem tiefen Verständnis für die Dynamiken des Schweizer Finanzplatzes.



 
 
 

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